Kugelnde Familien
Wasserschwaden kugeln aus meinen Augen, Berge werden versetzt. Sie rollen hinab an geschwollenen Wangen, mit Punkten gezeichneter Haut. Sommerregen. Sommertränen. Sie rollen unendlich weit. Alleine. Keiner da um sie wegzuwischen, keiner da um sie fest zu halten. Sinnlos, was ist ein zu Hause wenn man nicht da sein möchte? Was nützt ein Dach überm Kopf wenn man nicht willkommen ist. Dies Haus ist kein Heim. Mein Heim ist da wo ich auf die Stirn geküsst werde, mein Heim ist da wo ich mein Herz find. Pochende, schlagende Blutbahnen. Um mich fange ich an zu vergessen, ich fange an ich zu sein. Ich. Ich. Ich, ich bin voller Probleme, ich verstehe es nicht wieso ein jemand mir ein Heim gibt wo ich keines erwarte. Da ist wer, jemand der für mich tut was er kann, jemand für den ich 4,75 Minuten die Luft unter Wasser anhalten würde, jemand für den man Träume Träume sein lassen würde, jemand dem man nie begegnen kann. Seifenblasen mit Puderzucker. Ich lecke ihn ab und es prickelt auf meinen Lippen. Meine Beine tanzen, meine Arme schlagen durch die Luft. Ich kann fliegen, treffe auf Meere, 7 Weltwunder, Zeit, Regen, Perlen klatschen aus meinem Ozean. Sie drehen ihre Runden über meinem Gesicht, sie laufen. Dahin wo ich zu Hause bin, dahin wo mein Gemüt und meine Seele Seilchen springen, dahin wo iPods pussPods heißen, dahin wo man Salate, Schokobrötchen und das bekommt was hier fehlt, jemanden der irgendwie Familie ist. Sag ich doch, das braucht ein Heim, ja eine Familie, das ist es einzig und allein.
nickycita - 24. Jul, 11:33
