Sonntag, 18. Juni 2006

Gurkenlaster trifft MICH

Ich bin ein Unfall.
Vor 18 Jahren und 363 Tagen bin ich von einem Gurkenlaster gefallen. Seitdem eiere ich durch die Welt. Ich hab nette Freunde bei mir im Glas, die kleinen Gemüsezwiebeln sind freundlich aber die Dillzweige sind frech. Die geben freche Antworten wenn sie denn überhaupt mal antworten. Die Senfkörner sind derbe Lästerbacken.

„Hast du gesehen die Svenja Senf war beim Frisör. Die sieht ja wieder aus.“

Mein Leben ist eigentlich ganz knackig. Bis jetzt. Da kommt der Typ einfach auf die Idee mein Glas aufzuschrauben. Hiiilfe, ich bekomme doch keine Luft. Oh, paradox. Da wandere ich in den Mund. Beiß mich doch, tut eh nicht weh ich bin ja nur ein Unfall der Menschheit, hahaaaa, wenigstens schmeck ich und bin voller Selbstironie.

„Hast du gerochen, die Nicky- Gurke war wieder auswärts essen.“

God damn

Es gibt so Dinge die man eigentlich nicht sagt aber man macht es doch. Man wirft sie achtlos in die Atmosphäre und ist sich nicht über deren Folgen bewusst. Nein, eigentlich ist man es. Man weiß, was genau das, was man aus sich raus brabbeln lies bewirken kann. Alles was schief gehen wird, wird schief gehen. Wenn man jemanden mag und dieses tut, muss man sich danach ob man will oder nicht mit dem Herzen und dem Kopf auseinander setzten.

„Also das hättest du mal lieber nicht gesagt.“
„Wieso? Ehrlichkeit währt und es ist ungemein wichtig den Personen die man mag zu sagen was man denkt, fühlt, will, blabla.“
„ Ja, das schon aber es tut trotzdem weh.“
„Tut es?“
„Ja, weil du blöder rationaler immerzu- denkender und vollkommen überfüllter Kopf machst mir nun Herzschmerz.“
„Wieso denn das?“
„Weil ich es zugelassen habe dass du deinen Willen bekommst.“
„Wie so oft.“
„Dein elendes Bestimmerische geht mir auf mein Gemüt.“

Shut the fuck up.
Shit happens.
Pups.
So kann es sein.

Magst du mich wieder?
O ja O nein O vielleicht

Rot ist grüner wie Ozeane

Schau mich an. Schau her. Meine Nase. Meine Augen. Meine Lippen. Mein Gesicht. Meine Geschichte. Es war einmal vor langer Zeit. Ein Mädchen wurde geboren. Etliche Minuten und Lichtsekunden später stand sie an einem Regal. Bücher. Dicke schwere Bänder. Mit Gold verzierte Seiten. Holzbeschlagene Cover. Sie nimmt das kleinste Buch aus dem Fach. Rot. Wie ihre Nägel. Wie ihr Herz. Sie schlägt es auf. Ihre Nase gleitet über die Seiten. Sie riecht tiefe dunkle Wälder, helle weite Felder, brennende Sonnen, weinende Monde, lachende Sterne, triefende Herzen. Das Cover erinnert. Das war schon da. Sie fühlt mit ihren Fingern über das weiche liebliche Buch. Das bin ich. Das bin ich. Das ist sie. Ein Tropfen fiel aus dem Ozean auf ihre Seele. Baaam. Das ist sie. Sie lächelt. Greift in das Regal und zieht das größte und grünste Buch heraus. Das werde ich sein. Das werde ich sein. Das wird sie sein. Klang stößt aus ihrem Zwerchfell und fliegt durch die Atmosphäre. It’s my life. Now or never. I am gonna live forever. Lilafarbene Tinte breitet sich auf den ersten Seiten aus. Wort reiht sich an Wort. Baaam Baaam. I am gonna live while I’m alive.

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